Thalidomid bei Lepra und Krebs
1964 entdeckte der israelische Arzt Jacob Sheskin die positive Wirkung von Thalidomid bei der Leprabehandlung.
Seit den 1970er-Jahren gab Grünenthal Thalidomid-Tabletten ab, um Lepra-
krankenhäuser im Kampf gegen die so genannte Leprareaktion zu unterstützen. Die Abgabe erfolgte gemäß einem Übereinkommen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Verteilung wurde streng überwacht von den nationalen Gesundheits-
behörden.
In Einzelfällen mussten die Ärzte die Tabletten gesondert anfordern und deren Einsatz medizinisch begründen.
In allen Fällen hat Grünenthal ausdrücklich auf die Risiken von Thalidomid hingewiesen und besonders gewarnt. Es musste schriftlich bestätigt werden, dass dieser Hinweis erfolgt war.
Seit den 1990er-Jahren setzten Mediziner den Wirkstoff Thalidomid auch im Kampf gegen Krebserkrankungen ein. Sie verabreichten auch jenen Patienten Thalidomid, die unter schwer behandelbaren Immun- oder bis dahin unheilbaren Krebs-
erkrankungen litten.
Siehe dazu auch das Kapitel: Thalidomid und Grünenthal heute.




