Thalidomid und Grünenthal heute
Grünenthal hat die Verfügbarkeit von Thalidomid ausschließlich aus humanitären Gründen aufrecht erhalten. Grünenthal vermarktete Thalidomid nach der Contergan-Tragödie nicht mehr kommerziell und erzielte mit dem Wirkstoff keine Gewinne.
Schon 1998 erhielt die Firma Celgene für die Behandlung Leprakranker eine Zulassung für Thalidomid von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde, der "Food and Drug Administration" (FDA).
Heute ist Thalidomid in den USA weiterhin auf dem Markt. Mit einem strengen Programm wird die Weitergabe des Wirkstoffs an Dritte überwacht, um die Schädigung ungeborenen Lebens zu verhindern. Das US-amerikanische Unternehmen Celgene vermarktet Thalidomid sowie ein neues aus dem Wirkstoff Thalidomid abgeleitetes Produkt zur Behandlung bestimmter Formen von Blutkrebs. Letzteres erhielt im Juni 2007 auch die Zulassung in Deutschland (durch die europäische Zulassungsbehörde EMEA).
Leider haben in den vergangenen 50 Jahren auch andere Firmen Thalidomid in Umlauf gebracht, dabei jedoch die Abgabe nicht kontrolliert und die erforderliche Aufklärungsarbeit nicht geleistet. So werden in Lateinamerika tragischerweise noch heute Babys mit Fehlbildungen durch Thalidomideinnahme während der Schwangerschaft geboren.
Grünenthal steht mit keinem der heutigen Vertreiber in Geschäftsbeziehung hinsichtlich Thalidomid.




