Die Conterganstiftung

Vergleich zwischen Eltern der betroffenen Kinder und Grünenthal sowie die Gründung der Conterganstiftung

Rund zehn Jahre nach der Tragödie und als ein Strafverfahren um Contergan bereits fast zwei Jahre dauerte, ohne dass dessen Ende absehbar war, war es Grünenthal und den Elternvertretern ein Anliegen, endlich eine Lösung zu finden, um den betroffenen Kindern und Familien zu helfen. Im April 1970 erklärte sich Grünenthal im Rahmen eines zivilrechtlichen Vergleichs mit den Eltern der Betroffenen bzw. deren Vertretern dazu bereit, 100 Millionen DM für durch Thalidomidhaltige Produkte von Grünenthal geschädigte Menschen zur Verfügung zu stellen. Dieser Vergleich fand eine breite Unterstützung durch die Eltern der Betroffenen und die Öffentlichkeit.

1972 wurde schließlich eine Bundesstiftung gegründet. Die „Conterganstiftung für behinderte Menschen“1 ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts und gesetzlich verankert. Im Zuge der Gründung dieser Stiftung zahlte Grünenthal mit Zustimmung eines Großteils der Eltern betroffener Kinder die im zivilrechtlichen Vergleich zugesagten 100 Millionen DM in die Conterganstiftung ein. Die deutsche Regierung beteiligte sich ebenfalls mit 100 Millionen DM. 2009 zahlte Grünenthal freiwillig weitere 50 Millionen Euro in die Conterganstiftung ein.

Die 1972 gefundene Lösung ist auch mehr als 40 Jahre später die Grundlage eines finanziellen Versorgungssystems für Thaldiomidbetroffene Menschen in 38 Ländern, die über die Conterganstiftung ihre Leistungen beziehen.2

1 Webseite der Conterganstiftung: http://www.contergan-infoportal.de

2 Vgl. Infografik Finanzielle Hilfsquellen