Unterstützung Thalidomidbetroffener heute

Für Thalidomidbetroffene Menschen gibt es ein umfassendes und europaweites finanzielles Versorgungsnetz.

Auch heute noch können Thalidomidbetroffene Menschen Unterstützung bei der Conterganstiftung beantragen. Diese hat seit 1972 geschätzt mehr als 840 Millionen Euro an Thalidomidbetroffene Menschen ausgezahlt. Eine finanzielle Unterstützung können alle Personen beantragen, deren Mütter ein Thalidomidhaltiges Präparat von Grünenthal oder einer seiner Vertriebspartner eingenommen haben. Aktuell werden Menschen in 38 Ländern unterstützt, einschließlich Thalidomidbetroffene in Spanien, Belgien und Irland. Durchschnittlich erhalten die Personen eine Rente von ca. 58.000 Euro jährlich; der Höchstsatz beträgt rund  7.400 Euro im Monat.

Betroffene aus Ländern, in denen Lizenznehmer von Grünenthal Thalidomidhaltige Präparate selbst getestet und schließlich vermarktet haben, erhalten keine Leistungen der Conterganstiftung (zum Beispiel in Großbritannien). Dort existieren jedoch separate Versorgungssysteme, die vergleichbare Leistungen erbringen.

In den Ländern, in denen andere Unternehmen unabhängig von Grünenthal Nachahmerpräparate auf den Markt gebracht haben, werden Betroffene vom jeweiligen Staat unterstützt (zum Beispiel in Spanien und Italien).

2012 hat Grünenthal die Grünenthal-Stiftung zur Unterstützung von Thalidomidbetroffenen gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Projekte zu fördern und zu entwickeln, die über die  finanzielle Unterstützung der Conterganstiftung hinausgehen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Sachleistungen. Auch hier ist der Zugang nicht auf Deutschland beschränkt. Die Grünenthal-Stiftung erbringt Leistungen für alle Thalidomidbetroffenen Personen, die bereits von der Conterganstiftung oder ähnlichen Institutionen, die dieselben Bewertungskriterien anwenden, anerkannt sind.

Infografik: Finanzielle Hilfsquellen für Thalidomid-betroffene Menschen